Was haben Sarah Connor und Michael Jackson gemeinsam? Das unsichtbare Band.

Frankfurt/Rodgau, Montag, 15 Uhr. Nach einigen Telefonaten und Emails ist es soweit: unser Fotograf Dieter und ich sitzen bei Michael Jacksons Manager Dieter Wiesner. Es ist ein sonniger, warmer Tag und von Beginn an herrscht eine sehr herzliche und offene Atmosphäre in seiner Firma.

Wir werden freudig begrüßt und schon nach ein paar Minuten habe ich das Gefühl, als ob ich ihn schon seit Jahren kennen würde und ihn alles fragen könnte.

Wir sitzen inmitten von vielen großen Michael-Fotos, lauter Andenken, Postern, Tonaufnahmen, CD's. Es ist, als ob Michael immer noch präsent wäre, gleich zur Tür reinkommt und sich nie etwas geändert hätte. Doch das hat es leider - am Freitag, 25.06.2010 jährt sich sein Todestag zum ersten Mal.

Von einem "Ende" kann aber keine Rede sein - weder für Dieter Wiesner noch für seine Fans.

"Das ist das Schlimmste für die Fans, daß sie so ausgeschlossen wurden. Millionen von ihnen hatten keine richtige Abschiedsmöglichkeit."

Und so hofft er, daß NEVERLAND eines Tages in Michael's Sinn ein Ort für die Fans werden wird - so, wie es bereits von Michael vor seinem Tod geplant war.

Planungen von "MICHAEL JACKSON UNIVERSE"

Es sollte ein "MICHAEL JACKSON UNIVERSE" entstehen - ein Ort für Familien, für Künstler und auch für solche, welche nach ihrer Begabung, ihrem Talent noch suchen.

Michael wusste, jeder Mensch trägt Liebe und Talent in sich - auch wenn man sich dessen noch nicht hundertprozentig sicher ist, welches Talent wirklich zu einem gehört. Schauspieler, Musiker, Sänger und andere Künstler - all dies sollte in seinem "MICHAEL JACKSON UNIVERSE" auf NEVERLAND erprobt, entdeckt und gefördert werden.

Er wollte einen Ort der Begegnung schaffen. Pläne und Konzepte wurden gemacht und Firmen bereits gegründet. Ich darf mir die Pläne ansehen und bin zum ersten Mal an diesem Tag überrascht und gerührt - daß Michael ein besonderer Mensch war, welcher seiner Zeit um Jahre voraus war, wußte ich - wer seine Lieder bewußt hört und sich mit seinen Wohltätigkeitsengagement beschäftigt, sieht das sofort - aber solche großen Pläne? Was hätte dies für ungeahnte Möglichkeiten gegeben? Für jeden einzelnen Künstler von ihnen, für alle von uns - und das soll jetzt alles verloren sein? Genau wie noch circa tausend unveröffentlichte Songs von ihm - mein Herz wird immer schwerer und ich denke: 'Kann ich DAS ALLES Sarah erzählen?'.

"Dieter, I don't like the mask on his face..."
Gespräche - Pläne - Wünsche

Michael hatte für sich selbst auch bereits einen neuen Lebensweg, eigentlich eine "alte" Leidenschaft von ihm, in Planung: er kaufte bereits zu Lebzeiten die drittgrößte Cinemagroup für einen Milliardenbetrag auf und wollte beispielsweise im Cartoonsektor "Pinocchio" modernisieren. "Dieter, I dont like the mask on his face." erklärte er. Wir dürfen Cartoons von Michael sehen und ganz langsam und vorsichtig lerne ich eine Seite von Michael kennen, welche noch nie gezeigt wurde: Welche Pläne es gab, wie unglaublich geduldig und bodenständig er mit seinen Kindern umging, was er für ein Privatmensch war: voller Liebe seinen Mitmenschen gegenüber, arglos, sehr respektvoll und unendlich kreativ.

Wir erfahren, wie er es liebte, unerkannt von allen durch eine kleine Ortschaft nahe der Ranch zu fahren und fröhlich Pizza und Chicken wings im Auto zu essen - Momentaufnahmen von großem Glück für ihn. Ebenso ließ er lieber gleich zweimal ein Celine Dion-Konzert ausfallen, weil sein kleiner Sohn nicht ohne ihn einschlafen mochte. Solche kleinen Geschichten bringen uns zum Lachen und geben auch Dieter Wiesner Kraft. Über zwanzig Stunden Tonaufnahmen von Michael hat er gespeichert: über Gespräche, Pläne, Wünsche. Und so seltsam es klingt: aber Michael zu hören wie er spricht, wie er plant, gibt Kraft und auch Trauer zugleich.

Das Leben nach dem Tod - Michael glaubte daran

"War Michael sehr gläubig?" Eine Frage, die uns eine lange Antwort bringt, denn er war sehr interessiert an verschiedenen Religionen und offen für alle Glaubensrichtungen, sehr spirituell. Den Gedanken an den Tod schob er gerne weg, doch glaubte er fest an ein Leben nach dem Tod. Das gibt Halt und das Gefühl vom Beginn des Gespräches wird stärker: Es ist eine solche starke Anwesenheit von ihm im Raum, daß meine nächste Frage lautet: "Was sagen Sie zu all den 'Er-lebt-noch'-Theorien, welche im Internet mit einer solchen Fantasie kursieren, daß einem schwindelig werden kann?" Herr Wiesner lächelt und schüttelt traurig den Kopf. "So etwas entsteht, wenn man sich nicht richtig verabschieden kann. Man will es nicht wahrhaben."

"Ich habe mit Michael damals über Sarah geredet, er kannte ihre Songs und er fand sie unglaublich talentiert."

NEVERLAND könnte die Lösung sein und ist immer wieder Dreh- und Angelpunkt um Michael's Pläne - vor und nach seinem Tod. Es war eine eigene Welt, in der auch Sarah plötzlich Thema wird: "Ich bin ein großer Fan von ihr." meint Herr Wiesner und Dieter und ich schauen uns an und lächeln.

Allerdings nicht mehr lange, bevor uns der Atem stockt, denn Michael's Manager erzählt weiter: "Ich habe mit Michael damals über Sarah geredet, er kannte ihre Songs und er fand sie unglaublich talentiert. Wir wollten sie auf die NEVERLAND-Ranch einladen, um mit Michael zusammen zu singen. Leider hat der Kontakt nie funktioniert, da uns ein Assistent von Michael erzählte, er kenne Sarah, sie melde sich aber nicht. Die Wahrheit war das nicht - sie war ihm nicht bekannt." Später überschlugen sich schließlich die Ereignisse und es kam einfach nicht mehr dazu. Wenn das kein Schicksal ist - in seinem Büro gehen wöchentlich hunderte von Emails und dutzende von Demo-CD's ein, mittendrin unsere Anfrage für eine Geburtstagsüberraschung für Sarah - und was passiert? Herr Wiesner fischt sie aus all den anderen heraus. "Guck mal, auf den Kontakt haben wir so lange gewartet." erzählt er seinem Mitarbeiter David. Er gibt uns einen Termin und endlich schließt sich der Kreis.

"Man darf einfach nie aufgeben und den Glauben verlieren."

"Man darf einfach nie aufgeben und den Glauben verlieren." - das ist auch der Tipp, den er all den Musikbegeisterten in aller Welt fürsorglich mit auf den Weg gibt. "Jeder Einzelne von Euch hat eine Chance - jeder Einzelne. Man darf sich nur nicht vom 'schnellen Erfolg' blenden lassen, ein vertrauensvolles Team um sich haben, es wirklich von Herzen wollen und vor allem eines haben: Zeit. Es ist ein hartes Geschäft im Musikbusiness, doch wer auf lange Sicht und mit ehrlichem Herzen seine Karriere oder auch seines Künstlers aufbaut, der wird Erfolg haben."

So, wie es Sarah gemacht hat. Ihr wünscht er "Alles alles Gute zum 30. Geburtstag und das alle ihre Wünsche in Erfüllung gehen mögen." Er spricht sehr positiv von ihr und lobt ihre ehrliche Art in Bezug auf Michael. Gerne sieht er auch ihr Engagement für benachteiligte oder kranke Menschen, denn dies ist Michael so ähnlich. Er strahlt und verspricht uns: "Wenn Sarah eine Charity-Aktion machen möchte, gebe ich ihr was Schönes von Michael zum Versteigern."

"Alles Liebe zum Geburtstag, Sarah!"

Wir sind sehr glücklich nach diesem herzlichen und offenen Interview von über zwei Stunden - und wir hoffen, daß auch du liebe Sarah, ein bißchen getröstet und glücklich mit diesen Neuigkeiten von Michael und seinem wunderbaren Manager zu Deinem Geburtstag bist.

Alles Liebe
Christina, Fotograf Dieter und Sascha, Marcel und Hanna

Sarah's Song an Michael Jackson am 04.07.2009 in Parsdorf

©06/2010 – Fantertainment GbR / Christina v.d. Sluijs für Sarah Connor Fantertainment
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